Regionales Keramik-Studio, Gebrauchskeramik aus der Töpferei in Bannemin auf Usedom

Unikate zum Gebrauch

Gartenfiguren und maritimes Keramik-Geschirr von Anette Schröder, Usedom-Keramik

Die Figuren und das Keramik-Geschirr erhalten ihre Farbe durch eigene Glasur-Rezepte und Engoben. Mit  Handzeichnungen wird der Gebrauchskeramik darüber hinaus einzigartiger Charakter verliehen. Die Unikat-Keramiken ist für Geschirrspüler- und Lebensmittel geeignet und entsprechend gekennzeichnet.

Glasur, Glas, Glasmalerei

Glasuren bestehen .. weiterlesen 

Jedes Jahr finden Sie seit ca. 20 Jahren im Juli und August auch exklusiv von mir für die VINETA-Festspiele gefertigte und glasierte Keramiken auf der  Ostseebühne Zinnowitz.  Auch hier können Liebhaber und Interessierte eine Vielzahl von Formen und Gestaltungen entdecken.


Anekdoten aus dem Keramiker- und Töpfer-Alltag

Die in den letzten Jahren am meisten gestellte, für mich verwunderliche Frage meiner Gäste lautet: "Kann man die Tassen, Vasen etc. auch richtig benutzen ?" was wohl soviel heißen soll "Sind die Gegenstände wasserdicht, wetterfest, winterfest?",  "Bleibt die Bemalung auch nach mehrmaligem Gebrauch erhalten oder geht da etwas ab ?",  "Kann man die Keramik im Geschirrspüler reinigen ?"

Ist die Qualitätsarbeit der professionell ausgebildeten Keramiker soweit gesunken, dass  Menschen auf solche Fragen kommen?  Ich denke nicht. Eher wird es so sein, dass viele Leute in den letzten Jahren der Ansicht sind, ein 10-tägiger Töpferkurs sei Ausbildung genug, um sich eine kleine Töpferscheibe zu kaufen und loszulegen. Heraus kommen dann schwere dickwandige Gegenstände, die aus Unkenntnis der verwendeten Tonmassen und Passgenauigkeit der Glasuren oft nicht hoch genug gebrannt und auf den zahlreichen Töpfermärkten verkauft und unter die Leute gebracht werden. Oder es wurde Deko-Keramik auf Märkten am Mittelmeer gekauft, die häufig noch mit bei uns verbotenen Bleiglasuren glasiert und niedrig gebrannt sind, so dass sie nur zur Dekoration taugen.

Noch heute geht in Deutschland dem Beruf eines Keramikers eine dreijährige Ausbildung, manchmal mit angeschlossenem Studium voraus. Außerdem werden in den alten Bundesländern am häufigsten weiß brennende Steinzeugtone, in den neuen Bundesländern überwiegend  rotbrennende Tone verwendet. Dies hängt einfach mit den vorhandenen verfügbaren Lagerstätten zusammen. Die weißen Steinzeugtone werden, auch wegen der höheren Brenntemperatur, dickwandiger verarbeitet, oft auch durch Gießverfahren.  Viele rote Tone dagegen können dünnwandiger ausgezogen werden und sind daher leichter und dünner, jedoch ebenfalls durch entsprechend hohe Brenntemperaturen in dichter Steinzeugqualität. Darüber hinaus wird von Profis durch die Lebensmittelüberwachungsämter eine entsprechende Kennzeichnung der mit Lebensmitteln in Berührung kommenden Gegenstände verlangt. Hobby-Keramiker dagegen können alles auf den Markt bringen, was ihnen beliebt.

Eine andere laienhafte Frage lautet merkwürdigerweise oft :"Wie hoch brennen Sie den Ton?", oder neuerdings auch in neudeutsch: "Ist das Hochbrand-Keramik ?" Meine Antworten darauf sind dann z.B. :

"Dazu müssten Sie auch nach der verwendeten Tonsorte fragen." oder "Fragen Sie Ihren Bäcker auch, ob man seine Brötchen essen kann ?" weil ich mich wundere, wie man auf eine solche Frage kommt, denn hier sind ja keine Blumentöpfe zu sehen und es ist für Fachleute und Selbstständige selbstverständlich, dass absolute Qualität hergestellt wird, in diesem Falle Gegenstände für den täglichen Gebrauch. Manch einer hielt meine Gegenfragen für frech und unangebracht. Ich weiß nicht, wie es  wäre, würde man z.B. einen Fünf-Sterne-Koch fragen: "Und Ihre Speisen kann man wirklich essen ?" 

Kleine Materialkunde
Welche Brenntemperatur verwendet wird, hängt von der Tonsorte und von den erwünschten Eigenschaften des gebrannten Gegenstandes, ob z.B.  ein Blumentopf (Irdenware) oder eine Vase (Steinzeugqualität = gesintert) hergestellt werden soll, ab. 
Schwarzbrennende Tonsorten, auch Massen genannt, können z.B meist nicht höher als 1150°C, rotbrennende Massen nicht höher als 1200°C und weissbrennende Massen meist nicht höher als 1300°C gebrannt werden. Die Färbung der Tone beruht z.B. bei schwarz brennenden Tonen auf einem hohen Mangananteil und rote Massen sind reich an Eisenoxyd, je nach Lagerstätte. Soll eine Masse dicht gebrannt werden, also gesintert sein, weil daraus eine Vase oder sonstiges Gebrauchsgeschirr hergestellt werden soll, muss man wissen, bei welcher Temperatur die Wasseraufnahmefähigkeit der verwendeten Tonsorte unter 2%  sinkt und brennt entsprechend, um Steinzeug-Qualität zu erhalten (nicht Steingut) . Auch die verwendete Glasur muss zur zur Tonsorte und Brenntemperatur passen. Bei Porzellan ( nicht bildsame Tonsorte Kaolin) gibt es Massen,  die  bis zu 1450°C gebrannt werden.
So wird zwischen Irdenware (Wasser durchlässige Blumentopf-Qualität), Steingut, Steinzeug und Porzellan unterschieden, die jeweils anderen Brennverfahren-, und Temperaturen sowie Glasuren unterworfen sind. Bis auf die erwünschten Eigenschaften von Irdenware und Steingut sind alle anderen so hoch gebrannt, dass sie wasserdicht sind. Für alle Gefäßkeramik jedoch, da Hohlkörper, in denen sich im Außenbereich auch Wasser sammeln kann, gilt, dass sie nicht winterfest sind, auch wenn sie noch so hoch gebrannt sind. Denn Eis verbeult durch seine Kraft und Ausdehnung in Gefäßen selbst Metall und sprengt auch hoch gebrannte Keramik.